· Arjun Rai Gupta · Veranstaltungen  · 2 Min. Lesezeit

Partnerbesuch an der Bundesfachschule für Kälte- und Klimatechnik in Leonberg

Das XR2ACH-Projektteam besuchte die Bundesfachschule für Kälte-Klima-Technik in Leonberg, um sich über den Stand der praxisorientierten Ausbildung zu informieren und Potenziale für den Einsatz von VR/AR-Technologien zu identifizieren.

Das XR2ACH-Projektteam besuchte die Bundesfachschule für Kälte-Klima-Technik in Leonberg, um sich über den Stand der praxisorientierten Ausbildung zu informieren und Potenziale für den Einsatz von VR/AR-Technologien zu identifizieren.

Am 21. Mai 2025 hat das XR2ACH-Projektteam die Bundesfachschule für Kälte-Klima-Technik in Leonberg besucht. Ziel war es, sich direkt vor Ort über den Stand der praxisorientierten Ausbildung zu informieren und Potenziale für den Einsatz innovativer VR/AR-Technologien zu identifizieren.

Ausbildungsschwerpunkte und Herausforderungen

Die Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik erfolgt in drei Lernorten: im Ausbildungsbetrieb, an der Berufsschule und in der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) an der Bundesfachschule Leonberg. Die ÜLU legt den Schwerpunkt auf praktische Erfahrungen und Prüfungen. Rund 150 bis 200 Auszubildende absolvieren jährlich die praktische Prüfung. Die Prüfungsorganisation und die Berufung der Gesellenprüfungskommission liegen bei der Landesinnung Kälte-Klima-Technik, deren Geschäftsleiter und Meister an der Fachschule Herr Robert Heß ist.

Herr Heß führte das Team durch die Werkstätten, wo wichtige Fertigkeiten wie

  • Rohrbearbeitung (Schneiden, Biegen, Entgraten),
  • Verbindungstechniken wie das Löten (mit Acetylen und Sauerstoff),
  • Schaltschrankverdrahtung,
  • Dichtheitsprüfung mit Formiergas

vermittelt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Verwendung natürlicher Kältemittel wie R-290, einschließlich sicherheitsrelevanter Abläufe wie Vakuumziehen und Gaswarnsystemen.

Die Ausbildung steht vor Herausforderungen: Ein hoher Anspruch an die Fachkenntnisse in Mathematik, Elektrotechnik und Thermodynamik steht einer begrenzten Verfügbarkeit ausgebildeter Lehrlinge gegenüber. Der Rahmenlehrplan von 2008 ist veraltet und wird derzeit überarbeitet, um aktuelle technische Entwicklungen wie natürliche Kältemittel und Wärmepumpen besser abzubilden.

Potenziale für XR-Einsatz

Von zentraler Bedeutung ist die Integration virtueller Lernumgebungen: Der VR-Einsatz soll vor allem praxisnahe Abläufe wie das Einstellen von Lötbrennern, die Bedienung von Lecksuchgeräten (u.a. D-Tec 3), die Visualisierung thermodynamischer Prozesse sowie das Training an virtuellen Schulungsprüfständen ermöglichen. Dies würde Auszubildenden erlauben, komplexe und sicherheitskritische Handgriffe sicher zu wiederholen und so die Vorbereitung auf die praktischen Prüfungen zu verbessern.

Im Rahmen der Diskussionen wurden folgende Themenfelder als prioritäre Anwendungsfälle (Use-Cases) für den Einsatz von VR/AR identifiziert:

  • Lecksuche, Dichtheitsprüfung und Kältemittelbefüllung an Kälteanlagen
  • Schnittdarstellungen von Verdichtern, Verflüssigern, Verdampfern und weiteren Bauteilen wie Ölabscheidern
  • Verbindungstechniken wie Löten, Bördeln, Biegen und Crimpen

Weiterhin wurde der Wunsch geäußert, virtuelle Kälteanlagen zu entwickeln, die in der Schulausbildung als Ergänzung dienen können, beispielsweise für Kühlräume oder Büroklimaanlagen, die in der Realität oft nicht verfügbar sind.

Ausblick

Die Zusammenarbeit von Ausbildungsinstitutionen und dem XR2ACH-Projekt soll sicherstellen, dass virtuelle Trainingsmodule an die Lehrpläne der Fachschule angepasst sind und praxisrelevant bleiben.

Das XR2ACH-Team dankt Herrn Heß und dem gesamten Fachschulteam herzlich für die offene und herzliche Aufnahme sowie den informativen Austausch, der den Weg für zukünftige innovative Lehrkonzepte ebnet.

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