· Arjun Rai Gupta · Veranstaltungen  · 3 Min. Lesezeit

Erste Großgruppentests des Projekts XR2ACH: starke Zusammenarbeit und wertvolle Erkenntnisse

Erfolgreiche erste Erprobungsphase für Lecksuche, CAD-Visualisierung und Multi-User-VR mit bis zu 16 Auszubildenden gleichzeitig an der Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik in Leonberg.

Erfolgreiche erste Erprobungsphase für Lecksuche, CAD-Visualisierung und Multi-User-VR mit bis zu 16 Auszubildenden gleichzeitig an der Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik in Leonberg.

Im März und April 2026 konnten wir die InnoVET PLUS XR2ACH VR-Anwendung an vier Terminen in einem realen Ausbildungskontext umfassend erproben. Veranstaltungsort war die Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik in Leonberg, die zur Landesinnung Kälte-Klima-Technik Hessen-Thüringen/Baden-Württemberg gehört. Dort absolvieren die teilnehmenden Auszubildenden im Rahmen von Blockkursen ihre überbetriebliche Ausbildung.

Auszubildende testen mit VR-Brillen gleichzeitig die XR2ACH-Lernumgebung an der Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik in Leonberg

Virtuelle Lecksuche an Kälteanlagen

Die Testreihe folgte einem methodischen Aufbau: Nach einer initialen Einführung im kleinen Kreis gingen wir in den Parallelbetrieb über, bei dem bis zu 16 Auszubildende gleichzeitig das Singleplayer-Szenario testeten. Ziel war es, ein möglichst realistisches Nutzungsszenario abzubilden und fundierte Erkenntnisse für die Weiterentwicklung zu gewinnen.

Ein besonderes Highlight war dabei die Simulation einer Lecksuche an einer Propan-Kälteanlage. Die Auszubildenden mussten hierbei systematisch vorgehen: Zunächst galt es, die Randbedingungen zu prüfen, das Kältemittel sowie die erforderliche Prüfmethode zu identifizieren und im Anschluss mehrere Leckagen präzise aufzuspüren und zu markieren. Am Ende jedes Durchlaufs erhielten die Lernenden ein strukturiertes Auswertungsergebnis ihrer Leistung in der Simulation.

Screenshot des Lecksuche-Lernszenarios: Auszubildende identifizieren aktive Leckstellen an einer virtuellen Propan-Kälteanlage

Der große Vorteil für die Lernenden bestand zudem darin, dass diese virtuelle Anlage exakt der physischen Kälteanlage nachempfunden wurde, an der sie vor Ort trainieren und auch ihre realen Prüfungen ablegen. Dieser „digitale Klon” sorgte für einen enormen Wiedererkennungswert und eine direkte Übertragbarkeit des Gelernten.

Multiplayer-Tests: Gemeinsames Lernen im virtuellen Raum

Die abschließenden Testläufe legten den Fokus auf die Multiplayer-Systeme, bei denen eine große Gruppe von Auszubildenden zeitgleich einem virtuellen Raum beitrat. Hierbei wurden insbesondere die User Experience sowie die technische Performance unter hoher Auslastung evaluiert. Der Plan für die Zukunft ist es, diese Räume gezielt für kollaborative Aufgaben oder für von Lehrkräften geführte „Show and Tell”-Szenarien zu nutzen.

Mehrere Avatare treffen sich gleichzeitig im virtuellen Multiplayer-Hub der XR2ACH-Lernumgebung

Dabei haben wir nicht nur das Feedback der Auszubildenden eingeholt, sondern auch intensiv mit den Lehrkräften und Ausbildern gesprochen. Diese sahen vor allem in diesem Multiplayer-Modus einen riesigen Mehrwert: Sie schätzten die Möglichkeit enorm, CAD-Modelle und ansonsten verborgene interne Prozesse der Anlage gemeinsam und kollaborativ betrachten zu können. Solche unsichtbaren Vorgänge im Inneren der Maschinen greifbar zu machen, hebt die Wissensvermittlung auf ein neues Level.

Strukturierte Evaluation und Vergleich mit einer Kontrollgruppe

Im Anschluss an jede Testphase wurde ein strukturierter Evaluationsbogen ausgefüllt und die Erfahrungen in einer offenen Austauschrunde besprochen. Um den tatsächlichen Lerneffekt zu überprüfen, folgte auf die Simulation eine der institutstypischen Evaluierungen. Hierbei wurden die Leistungen der VR-Teilnehmenden direkt mit einer Kontrollgruppe von Auszubildenden verglichen, die die Anwendung nicht getestet hatten.

Diese Gegenüberstellung sowie die direkten Rückmeldungen liefern uns eine belastbare Grundlage, um Stärken gezielt auszubauen und identifizierte Schwachstellen systematisch zu optimieren. Die Ergebnisse der Testreihe zeigen insgesamt klar: Die Anwendung wird sowohl von den Auszubildenden als auch vom Ausbildungspersonal sehr positiv angenommen. Gleichzeitig konnten wir konkrete Hinweise zur Verbesserung der Usability und einzelner Abläufe mitnehmen, die nun direkt in die nächste Entwicklungsphase einfließen.

Gemeinsame Umsetzung und ein großes Dankeschön

Durchgeführt wurden die Tests gemeinschaftlich von allen Projektpartnern: der Hochschule Karlsruhe, dem VDC Fellbach sowie der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Die enge Zusammenarbeit hat wesentlich dazu beigetragen, die Testdurchführung effizient und zielgerichtet umzusetzen.

Ein besonderer Dank gilt den Auszubildenden, Lehrkräften sowie allen beteiligten Personen vor Ort für die engagierte Teilnahme und die freundliche Unterstützung. Ohne diese praxisnahe Mitwirkung wäre eine so fundierte Evaluation nicht möglich gewesen.

Die Testreihe bestätigt unseren Entwicklungsansatz und zeigt, dass wir mit der Anwendung auf einem sehr guten Weg sind.


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